GROßES HEIMOPFERTREFFEN

Am 30. September 2018 ab 12 Uhr

 

In Stuttgart Hauptstädter Straße 147

 

Im Hotel Park Inn

Liebe ehemalige Korntaler Heimkinder,

gestern, am Dienstag den 16. Januar traf sich die Auftraggebergruppe
(AGG), die den auf Aufarbeitungsprozess in Korntal verantwortlich
organisiert, um den wichtigsten Schritt, die endgültige Konstituierung
der Vergabekommission zu beschließen.

Wir konnten uns einstimmig auf die beiden vorgestellten Persönlichkeiten
einigen, so dass nun endlich die Vergabekommission komplett ist.

Sie wird noch im Januar ihre Arbeit, d.h. die Auswertung der Interviews,
die viele von uns mit Frau Baums geführt haben nun anpacken.

Um diese Arbeit ist die Vergabekommission nicht zu beneiden, denn das
geschehene Leid nun in Entschädigungszahlungen bis 20.000 Euro
auszudrücken, ist ohne Zweifel sehr problematisch.

Ende März werden die letzten Interviews geführt (Nachzügler sind
selbverständlich noch möglich), bis dahin wird die Vergabekommission die
meisten unserer Fälle aufgearbeitet haben, so dass Anfang April die
ersten Auszahlungen der Anerkennungsleistung stattfinden werden.

Nachdem nun auch der entschiedenste Gegner unseres
Aufklärungsprozesses  Detlef Zander sich eines Besseren besonnen und das
bisher verweigerte Interview mit Frau Baums durchgeführt hat, wird die
unsägliche und destruktive Kritik an unserem Weg der Aufarbeitung ohne Zweifel nun
endlich verstummen.

Die ausführliche Pressemitteilung der AGG könnt ihr weiter unten auf unserer Home
Page lesen.

Herzliche Grüße Theo und Wolfgang

Pressemitteilung 16.1.

 

Vergabekommission komplett – die Aufarbeitung tritt damit in ihre Schlussphase ein.

 

Am 16.1.2018 haben die Mitglieder der Auftraggebergruppe einstimmig zwei neue Mitglieder in die Vergabekommission berufen, so dass nun die Gruppe mit 4 Mitgliedern, inklusive der Aufklärerin, die als Vorsitzende bestätigt wurde, komplett ist. Es handelt sich um eine hochkarätig zusammengesetzte Kommission: ein Hochschullehrer mit sonderpädagogischen Erfahrungen, ein ehemaliger Geschäftsführer einer großen, kommunalen psychiatrischen Einrichtung und eine ehemalige, sehr erfahrene, analytisch ausgebildete Kinder- und Jugendlichen Therapeutin. Ihre Namen werden ebenso wie in Regensburg, in Ettal und in der Landeskirche nicht bekannt gegeben, um eine größtmögliche Unabhängigkeit sicherzustellen und jede Form von Beeinflussung auszuschließen.

Ein Termin für eine erste Sitzung der Vergabekommission wurde noch für Januar vereinbart.

 

Auch die Arbeit der Aufklärer befindet sich bereits im Endspurt der Aufarbeitung. Bis zum 16.1.2018 wurden von Frau Dr. Baums-Stammberger insgesamt 87 Gespräche geführt, weitere 23 Gespräche sind noch bis Anfang März terminiert. Auch Herr Zander hat – wie er vorab Frau Kleiner von der Stg Zeitung mitteilte - mittlerweile ein Gespräch mit Frau Dr. Baums –Stammberger, dieses Mal in Anwesenheit von Prof. Dr. Hafeneger, einer Betreuerin und einem Therapeuten, geführt. Siehe hierzu auch seine positive Rückmeldung, die wir mit seiner Erlaubnis auf unsere Web-page „aufklaerung-korntal.de“ gestellt haben.

Auch weitere Kritiker des Aufklärungsprozesses haben „Gehör gefunden“ und ausführliche, teilweise 2malige Gespräche mit der Aufklärerin geführt.

Herr Hafeneger hat seine Archivarbeiten abgeschlossen, nun stehen noch 3 Gespräche mit Aitlinger Schwestern an, die ehemals in Einrichtungen der Evangelischen Brüdergemeinde tätig waren. Sein Teil des Berichtes ist schon auf fast 80 Seiten angewachsen und nähert sich ebenfalls dem Ende zu.

 

Insgesamt lässt sich von daher sagen: die Aufarbeitung nimmt an Fahrt auf und nimmt inhaltlich schon jetzt in erheblichem Maße Gestalt an und geht einen – allen Diffamierungen und Denunziationen zum Trotz – sehr erfolgreichen abschließenden Aufarbeitungsbericht entgegen und zwar in absehbarer Zukunft. Auch Herr Wolfgang Schulz als Vertreter der Betroffenen hat sich bereit erklärt seine Erfahrungen im Rahmen der Aufarbeitung darzulegen. Auch die Moderatoren werden Konzept, Strukturen und Erfahrungen beschreiben.

 

Nach wie vor hält insbesondere Frau Kleiner von der Stuttgarter Zeitung an einer einseitigen, Fakten verzerrenden und inhaltlich negativen Berichterstattung über die Aufklärungsarbeit fest, so auch im letzten Bericht: „Nicht alle Opfer fühlen sich gewürdigt“ (Stuttgarter Zeitung vom 13.01.2018). Wir stellen hier klar, dass es sich bei dem Treffen vom 16.1.2018 nicht um die letzte Sitzung der Auftraggebergruppe handelt. Wie oft sich die Auftraggebergruppe in 2018 treffen wird, bestimmt immer noch diese Gruppe selbst und nicht Frau Kleiner. Da wir von Anfang an prozessorientiert gearbeitet haben, sind wir darauf eingestellt, flexibel auf eventuell auftauchende Situationen und Notwendigkeiten zu reagieren und entsprechend Sitzungen einzuberufen.

Wir betonen in diesem Zusammenhang, dass die Anerkennungsleistungen nach Möglichkeit bis spätestens im Sommer 2018 ausgezahlt sein sollen, wenn die Vergabekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat.

Auf das von der Stuttgarter Zeitung wiedergegebenen Zitat von Frau Bandle „Wir haben uns nicht gehört gefühlt“, reagieren wir mit Unverständnis. Es gab in den Sitzungen, an denen Frau Bandle und Herr Spreng beide ja nicht immer teilgenommen haben, vielfältige Chancen und Möglichkeiten gehört zu werden, allerdings strapazieren Monologe die Geduld und die Zuhörbereitschaft der anderen Mitglieder. Die Partizipation in diesem Aufklärungsprozess hat es all jenen, die bereit und in der Lage waren, sich an minimale Regeln und Vereinbarungen einer gedeihlichen Zusammenarbeit zu halten, sehr viel Platz eingeräumt Gehör zu finden. Moderatoren, Betroffenen der AG Heimopfer und der Brüdergemeinde war es von Beginn an ein großes Anliegen, Vertreter aller Betroffenengruppe und auch nicht organisierte Betroffene in den Prozess einzubeziehen. Dies wird durch die Besetzung der Auftraggebergruppe, bestehend aus Vertretern der Opfergruppen und Vertretern der aufarbeitenden Institution, unterstrichen.

Wichtig erscheint uns ebenfalls an dieser Stelle zu betonen, dass niemand, auch Frau Bandle und Herr Spreng nicht, aus der Auftraggebergruppe „rausgeworfen“ oder „rausgemobbt“ wurden. Ihnen steht nach wie vor, wie bereits betont und wie auch den beiden gegenüber ausdrücklich formuliert, jederzeit der Weg zurück in die Auftraggeber offen. Auf die Bitte der in der AGG anwesenden Betroffenen uns darüber zu informieren, ob sie bereit sind sich an die von ihnen vor über einem Jahr schriftlich unterzeichneten Verhaltensregeln und Vertraulichkeitsvereinbarungen zu halten, haben wir bislang noch keine Antwort erhalten. Wurde diese Bitte der in der AGG mitarbeitenden Betroffenen etwa nicht gehört? Wir können lediglich feststellen, dass das mehrfach für die Arbeit der Gruppe untragbare Verhalten der oben erwähnten Personen dazu geführt hat, dass diese am Ende selbst aus der Auftraggebergruppe ausgetreten sind.

 

 

Neue Homepage Auflärung-Korntal

Internetpräsenz zur Aufarbeitung der Geschichte der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

 

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" Aufklärung-Korntal "

Kommentar von Theo Kampouridis

 

Kommentar von Theo Kampouridis zu den unverschämten und herablassenden Aussagen von Bandle und Spreng:

 

Mit diesen Aussagen auf der Homepage der " Heimopfer Korntal 2017 " werden alle ehemaligen Korntaler Heimkinder, die unsägliches Leid während ihres Aufenthaltes in Heimen der Brüdergemeinde Korntal ertragen mussten, nachträglich im wahrsten Sinne des Wortes VERHÖHNT, verspottet und lächerlich gemacht !!!

Von einer möglichen zusätzlichen Retraumatisierung ganz abgesehen.

Ihr Leid wird von Bandle und Spreng verharmlost, bagatellisiert und geleugnet !!

Bandle und Spreng nehmen für sich in Anspruch die einzigen und wahrhaften Opfer/Betroffenen in Korntal gewesen zu sein und sprechen allen anderen diesen Opferstatus und das erlittene Leid ab.

Bandel und Spreng kreieren damit Opfer erster Klasse und Opfer zweiter Klasse.

Dieses Statement disqualifiziert Bandle und Spreng und spricht ihnen aus meiner Sicht jeglichen Vertretungsanspruch der Heimkinder und Opfer sowie Betroffenen aus Korntal vollkommen ab. 

Wir von der " Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal " werden diese Verunglimpfung Korntaler Heimkinder nicht zulassen.


 

Peter S. an Frau Bandle

 

Sehr geehrte Frau Bandle,

 

zu Ihren Auslassungen in Ihren News auf der Internetseite von Heimopfer Korntal möchte ich wie folgt Stellung nehmen.

Sie können es allem Anschein nicht unterlassen Unwahrheiten zu verbreiten! Sie machen dort weiter, wo Sie mit Ihrer unsachlichen und beleidigenden Kritik angefangen haben. Sie haben es bis zum heutigen Tag nicht geschafft, einen konstruktiven Vorschlag zur Aufklärung zu unterbreiten! Sie üben an allen am Prozess beteiligten Personen üble, m.E. unberechtigte, verletzende und nicht fundierte Kritik aus. Allem Anschein nach machen nur Sie alles richtig?!

Sie verletzen die Verschwiegenheit über die Namen der Vergabekommissionsmitglieder und wundern sich, dass Sie und Herr Spreng von der Wahl und der Festlegung der nun neu zu bestimmenden Mitglieder, auf Antrag von uns ehemaligen Heimkindern ausgeschlossen wurden.

Nun zu meiner Person. Ich möchte hier festhalten, dass ich von August 1951 bis April 1955 in Korntal im Großen Hoffmann Haus war. Ich habe nie behauptet kein Opfer zu sein! Ich wurde zwar nicht sexuell missbraucht, erlebte aber psychische und physische Gewalt zur Genüge. Auch ich wurde verprügelt und gedemütigt. Sie sehen also, auch ich bin ein Opfer! Ferner möchte ich betonen, dass ich keiner Opfergruppe angehöre und ich nicht von der Brüdergemeinde in die AGG berufen wurde.

Den von Ihnen erwähnten 15 Betroffenen, die Sie als die wirklichen Opfer bezeichnen, tun Sie mit Ihrem unverbindlichen und unversöhnlichen Verhalten keinen Gefallen. Diese 15 Personen sind Ihrer Meinung nach die größte zusammenhängende Gruppe von Betroffenen.

Wie erklären Sie sich dann die über 60 Betroffenen, die bisher von Frau Dr.Baums-Stammberger interviewt wurden und allem Anschein nach mit dem bisherigen Verlauf der Aufklärung ganz zufrieden sind?

Ich fordere Sie auf, endlich damit aufzuhören, das ehrliche Bemühen der Moderatoren sowie dem verbliebenen Teil der AGG, die Aufklärung ständig zu boykottieren. Sie wissen genau, dass es eine ganze Reihe von Betroffenen gibt, die dringend auf eine Entschädigungszahlung wartet. Warum muten Sie diesen Menschen diese Hängepartie zu?

Bitte überdenken Sie Ihr Handeln!

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter S..


 

PM der AGHK vom 16.11.2017

Die 4  Vertreter der ehemaligen Heimkinder  in der Auftraggebergruppe (AGG) nehmen Stellung zu den Vorwürfen von Frau Bandle und Herrn Spreng, die in der Stuttgarter Zeitung veröffentlicht wurden.

1.  Die dort zitierte Behauptung, dass die Beiden wegen ihrer Kritik "aus der AGG ausgeschlossen, bzw. rausgemoppt" worden seien, enthält 2 Unwahrheiten:

Erstens: Sie wurden für die Unwahrheiten, die Überzogenheit und Aggressivität ihrer Kritik lediglich -  auch von uns Ehemaligen -  kritisiert und weder hinausgemoppt, noch  ausgeschlossen .

Zweitens:  Es waren weder die Vertreter der Brüdergemeinde, noch die Moderatoren, sondern wir, die 4  ehemaligen Heimkinder in der AGG,   die die Nicht-Einbeziehung Bandles/Spreng  für den nächsten Tagesordnungspunkt,  die Suche nach neuen Mitgliedern der Vergabekommission,  gefordert haben.

Unsere Begründung:  Wir sind nicht bereit, erneut das Risiko eines Scheiterns oder weiteren Verschleppens bei der Zusammensetzung der Vergabekommission zu riskieren,  nachdem die Beiden entgegen den gemeinsam vereinbarten Regeln die Verschwiegenheit über die Namen der Vergabekommissionsmitglieder   gebrochen hatten und auch nicht bereit waren, bei der erneuten Suche sich zur Verschwiegenheit zu verpflichten.  

Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmals betonen, dass auch Frau Altpeter schriftlich darum gebeten hatte, ihren Namen aus der Öffentlichkeit rauszuhalten.  

Die Verschwiegenheit über die Namen der Mitglieder der VK war ein Konsens, den auch Bandle und Spreng unterschrieben hatten.  Diese Verschwiegenheit ist zum Schutz der Mitglieder notwendig und könnte nur von diesen selbst aufgehoben werden, sollten sie dies wünschen.

Diese Kritik negiert alles bisher erreichte Positive dieses mühsamen Prozesses: z.B., dass wir hervorragende sowohl analytische, als auch menschliche Aufklärer gefunden haben! Dass wir klare Rahmenbedingungen für deren Arbeit gemeinsam (auch mit Bandle und Spreng)  festgelegt haben! Dass wir kurz vor der Konstituierung der Vergabekommission standen, deren Fast-Mitglieder auch durch diese äußerst harte Kritik verunsichert oder abgeschreckt wurden.

Diese Angriffe auf die  AGG, die in der Stuttgarter Zeitung so ausführlich dargestellt wurden, sind absolut rückwärts gewandt und destruktiv.  Somit war unsere Ablehnung dieser Kritik ein Gebot der Achtung vor dem Geleisteten aller Mitglieder der AGG.

 

Wolfgang Schulz  Theo Kampouridis  Susanne S. Peter S.

 


 

Aufklärungsprozess Korntal geht in entscheidende Schlussphase

 

Pressemitteilung 30.10.2017

 

Am Sonntag, dem 29.10.2017 fand in Stuttgart das zweite Treffen ehemaliger Heimkinder statt. Mit 41 Personen und allen neun Mitgliedern der Auftraggebergruppe, den beiden Aufklärern und Pfarrer Hägele von der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, war das Treffen sehr gut besucht. Es fand in einer insgesamt sehr freundlichen und von viel Wohlwollen geprägten Atmosphäre statt.

Betont wurde anfangs nochmals der insgesamt erfolgreich und vor allem, wie Prof. Hafeneger betonte, der unter hoher Partizipation der Betroffenen verlaufende Prozess der Aufklärung: Zwei kompetente und prominente Aufklärer wurden gefunden, die seit April 2017 ihrer z. T. aufreibenden Arbeit mit hoher Intensität nachgehen.

Inzwischen haben 69 Gespräche mit der Aufklärerin Frau Dr. Baums-Stammberger stattgefunden, knapp 30 weitere Gespräche sind bis Ende des Jahres terminiert. Die Rückmeldungen sind allesamt außerordentlich positiv, Menschen, die sich Frau Dr. Baums anvertraut haben, schreiben, wie erleichtert sie sind, dieses Gespräch gewagt zu haben und dass sie in großem Vertrauen aus dem Gespräch herausgegangen sind.

Herr Prof. Dr. Hafeneger hat bereits mehr als 25 m an Akten in unterschiedlichen Archiven gründlich bearbeitet, nun geht es an die letzten Archive und an die wissenschaftliche Auswertung der Dokumente. Der Abschlussbericht wird im Frühjahr vorgelegt.

Auch die Arbeit der Vergabekommission kann nun beginnen. In ihr werden drei Personen aus dem Bereich Psychotherapie, Sozialarbeit und Erziehungswissenschaft unter Leitung der Juristin Frau Dr. Baums-Stammberger arbeiten und für jeden Antragsteller die Höhe der freiwilligen Anerkennungsleistung in dem mit der Brüdergemeinde vereinbarten Rahmen festlegen. Eine Auszahlung erfolgt nach Beendigung aller Gespräche und Sichtung aller Gesprächsprotokolle. Diese Protokolle und die Tonaufnahmen der Gespräche werden nach Abschluss des Aufklärungsprozesses von der Aufklärerin Dr. Baums-Stammberger dem Landeskirchlichen Archiv übergeben und dort verschlossen archiviert.

Geklärt wurde ebenfalls, dass die Anerkennungsleistungen weder anrechenbar sind im Rahmen von Hartz-IV-Leistungen, noch pfändbar und auch in Form von Barchecks auszahlbar sein werden.

Während des Treffens gab es mehrere sehr emotionale Äußerungen von Betroffenen, die deutlich machten, wie wichtig Ihnen diese Aufklärungsarbeit ist und wie wichtig es Ihnen ist zu erleben, dass die Brüdergemeinde bereit ist, sich ihrer Verantwortung zu stellen und diesen langen und in Teilen auch aufreibenden Prozess mitzutragen. Pfarrer Hägele betonte, wie wichtig dieser Aufklärungsprozess auch für die Gemeinde sei, die wissen wolle, was geschehen ist, um sich der Verantwortung stellen zu können.

Wolfgang Schulz, ein Betroffener und Mitglied der Auftraggebergruppe sagte u.a., wie schwierig es für ihn und viele andere gewesen sei, Vertrauen zu entwickeln, wie wichtig es für ihn persönlich werde, durch diesen Prozess zu „einem inneren Frieden zu finden“ und sich auf einen Weg zu machen um zu vergeben und dass er sich sehr wünsche, dass dies auch für andere möglich sein könne. Zwei der 41 Teilnehmer haben sich kritisch geäußert und die wiederholt geäußerte Sicht vertreten, dass der gesamte Prozess nicht unabhängig und nicht kompetent geführt werde. Dazu sagte die Moderatorin Frau Prof. Dr. Rohr, dass es wohl in keinem dieser Prozesse möglich sei, die volle Wahrheit zu ergründen, vollkommene Gerechtigkeit herzustellen und vergangenes Leid aus der Welt zu schaffen. Es ist lediglich möglich, sich dem zu stellen, das Leid anzuerkennen und eine Wiedergutmachung zu leisten, soweit dies möglich ist.

Das nächste Treffen mit den ehemaligen Heimkindern wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 stattfinden und bereits dazu dienen, den Abschlussbericht vorzustellen und zu erläutern. Die finanziellen Anerkennungsleistungen werden bis dahin ausgezahlt sein. Die Evangelische Brüdergemeinde wurde aufgefordert, dafür eine Form zu finden, mit der sie den Betroffenen gegenüber die Anerkennung des Leids und eine Verantwortungsübernahme in der Begegnung ausdrücken will.

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz

Moderatoren

Info über das Treffen der Auftraggebergruppe am 25.08.2017

Wir übernehmen dieses Infoschreiben von der Homepage Seite der Opferhilfe Korntal:

 

Auf der Tagesordnung standen der Bericht der Aufklärer und die Bildung einer Vergabekommission für die Anerkennungsleistungen. Daneben wurden noch einige Fragen der Teilnehmer behandelt.

 

Frau Dr. Baums-Stammberger hat bis zum 25.8.2017 insgesamt 42 persönliche Gespräche mit Betroffenen geführt. Entgegen anderslautender Behauptungen vom NetzwerkBetroffenenforum fanden die Gespräche bis auf ganz wenige Ausnahmen in einer beiderseits vertrauensvollen Atmosphäre statt. Ganz selten wurde nach den Gesprächen der Psychologe konsultiert. 36 weitere Gespräche sind bis Ende November terminiert, zum Teil auch an deren Wohnorten.

Zu den Gesprächen und ihrer Auswertung gehören eine Plausibilitätsprüfung und ein Abgleich mit den Heimakten sowie eine juristische Einordnung der erlittenen Straftaten. Insgesamt ist die Aktenlage gut und gut aufbereitet; es gibt aber auch Lücken in den Beständen (insb. Flattichhaus). Die Aufzeichnungen der Interviews wurden anonymisiert und für die Auswertung mit einer speziellen sozialwissenschaftlichen Software aufbereitet.

Prof. Dr. Hafeneger, der die Auswertung der beim Landeskirchlichen Archiv aufbewahrten Akten übernommen hat, berichtet, dass für die Untersuchung der institutionellen Verantwortung die Erhebungsphase in den Archiven zu rund 80 % abgeschlossen ist und die Auswertung bereits begonnen hat. Der Zeitplan für die Vorlage eines Berichtes im Frühjahr 2018 kann nach heutigem Stand eingehalten werden.

Zusätzlich zur Sichtung und Auswertung aller vorhandenen Akten, wurden 12 Interviews mit ehemaligen Mitarbeitenden geführt und zwar quer durch die Funktionen (Leitung, Hauswirtschaft, Betreuer, Zivildienstleistende…). Auch die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen werden in den Bericht mit aufgenommen.

In einem zweiten Teil des Treffens stellten sich von den Betroffenen ausgewählte Mitglieder einer möglichen Vergabekommission vor. Deren Aufgabe ist es, in unabhängiger Entscheidung den betroffenen ehemaligen Heimkindern, die im Rahmen der Aufklärung Korntal einen Antrag gestellt haben, eine finanzielle Anerkennung zuzusprechen, die die Evangelische Brüdergemeinde dann als freiwillige Leistung auszahlen wird. Über die Höhe der Anerkennungsleistungen wurde noch nicht abschließend beraten. Die Vertreter der Heimopfer fordern deutlich höhere Beträge als bislang angeboten.

Am 29.10.2017 von 15-18 Uhr wird ein weiteres Treffen ehemaliger Heimkinder in Stuttgart stattfinden. Neben der Information über den aktuellen Stand geht es auch um einen Meinungsaustausch, Lob und Kritik, mit den Mitgliedern der Auftraggebergruppe.

Wir wünschen uns, dass alle Heimopfer, die noch abseits stehen, sich an dem Prozess beteiligen. Das Verfahren wird erst abgeschlossen, wenn alle, die sich gemeldet haben, interviewt worden sind.

Die Behauptung, dass die Anerkennungsleistung „in Form eines Gutscheins“ geleistet werden soll, ist eine böswillige Falschmeldung. Jeder bekommt die Anerkennungsleistung auf sein Konto überwiesen.

    

        Im Rahmen des Aufarbeitungsprozesses

 

Stuttgart, Frankfurt 14.07.2017

 

Aufarbeitungsprozess der Missbrauchsfälle in den Werken Korntal

Die Auftraggebergruppe berät Aufgaben und personelle Vorschläge der

Vergabekommission. Die beiden Aufklärer geben eine erste kurze

Statusinformation.

 

Im Rahmen des Aufarbeitungsprozesses der Missbrauchsfälle in den Werken der

Evangelischen Brüdergemeinde Korntal fand am 12.7.2017 in Stuttgart im Park Inn Hotel ein

weiteres Treffen der Auftraggebergruppe (AGG) statt.

Zu diesem waren zeitweise auch die beiden Aufklärer Frau Dr. Baums-Stammberger und Herr

Prof. Dr. Benno Hafeneger eingeladen, um erste Informationen zum erreichten Stand der

Aufklärung mitzuteilen.

Anliegen des Treffens waren einerseits eine Konkretisierung der Aufgaben einer

Vergabekommission und ihrer personellen Zusammensetzung. Erste Entwürfe und Vorschläge

waren während der Sitzung im Juni diskutiert worden.

Es ist angestrebt, dass die Kommission im Herbst ihre Arbeit aufnehmen soll und erste

Vergabeentscheidungen treffen kann, unter der Voraussetzung, dass bis dahin die fünf

ausgewählten potentiellen und unabhängigen Mitglieder ihre Zustimmung zur Mitarbeit

gegeben haben. An der Kommission nicht beteiligt sind Vertreter der Ev. Brüdergemeinde und

Vertreter der ehemaligen Heimkinder. Dies sichert der Kommission eine vollkommen

unabhängige Entscheidungsfreiheit und Arbeit zu.

Zum anderen gab es erste Informationen von Seiten der beiden Aufklärer zu ihrer bisherigen

Aufklärungsarbeit:

Bisher haben 42 intensive und teilweise 3-stündige Gespräche mit Frau Dr. Baums-

Stammberger stattgefunden. Weitere 23 Gesprächstermine sind bis November vereinbart;

d.h. bis November werden mindestens 65 Gespräche mit Betroffenen stattgefunden haben.

Die Gespräche finden in einem Besprechungszimmer in einem Stuttgarter Hotel statt. Falls

Betroffene jedoch eine Fahrt nach Stuttgart nicht auf sich nehmen wollen oder können, fährt

Frau Dr. Baums-Stammberger zu ihnen, so dass bisher Gespräche in Darmstadt, München und

Nürnberg stattgefunden haben und demnächst Gespräche in Tübingen, Oldenburg und

Koblenz stattfinden werden.Die vereinbarten Gesprächstermine wurden bislang von den Betroffenen mit nur wenigen

Ausnahmen eingehalten. Die Gespräche selbst sind von großem Vertrauen und dem Wunsch

geprägt, die eigenen Erfahrungen einer fachlich kompetenten, empathischen und

unabhängigen Richterin mitzuteilen. Sollten einzelne Betroffene lieber mit einem männlichen

Aufklärer sprechen wollen, steht Prof. Dr. Hafeneger für Gespräche zur Verfügung.

Zu allen Gesprächen werden kurze, anonymisierte Memos erstellt, die zunächst an Prof. Dr.

Hafeneger zur sozialwissenschaftlichen Auswertung weitergeleitet und später der

Vergabekommission übergeben werden, um Entscheidungen über Anerkennungsleistungen

vorbereiten zu können.

Herr Hafeneger hat im Rahmen der institutionellen Aufarbeitung bisher zahlreiche Bestände

in unterschiedlichen Archiven gesichtet. Das gilt vor allem für das Material im

Landeskirchlichen Archiv (LKA) Stuttgart/Möhringen über die Heime in Korntal und

Wilhelmsdorf. Das vorhandene Archiv-Material ist außerordentlich umfänglich. Hier geht es

darum einen Einblick zu gewinnen in die Strukturen, die Kommunikationswege und die

Thematisierung und/oder das Verschweigen von Gewalt. Auch das in den Einrichtungen tätige

pädagogische und außerpädagogische Personal, sowie deren pädagogische Konzepte und

Ziele, sowie der Heimalltag werden untersucht.

Die Auftraggebergruppe sieht den Aufklärungsprozess in Korntal auf einem sehr guten,

erfolgversprechenden Weg. Die sechs Betroffenen und die beiden Vertreter der Evangelischen

Brüdergemeinde und nicht zuletzt die beiden Moderatoren fühlen sich erleichtert, dass nach

den schwierigen und konfliktgeladenen Zeiten eine unabhängige und fachlich kompetente

Aufklärung bereits gut unterwegs ist.

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz

Moderatoren der Aufklärung in Korntal

Wir bitten die Medien, erneut folgende Kontaktdaten bekannt zu geben, damit weitere

Betroffene erreicht werde können.

 

Ansprechpartner Aufklärung Korntal:

Dr. Brigitte Baums-Stammberger und Prof. Dr. Benno Hafeneger

Hotline: 0174 – 7 12 11 08 Sprechzeiten: Mittwochs 16 bis 18 Uhr und Freitags 18 bis 19 Uhr

Email-Adresse: aufklaerung.korntal@gmx.de

Postanschrift:

Dr. Brigitte Baums-Stammberger

Postfach110933  60044 Frankfurt am Main.

Ein offenes Wort an die Anhänger des Boykottaufrufs

 

Mit fast 40 Besuchern des Opfertreffens am 6. Mai, den 11 ehemaligen Heimkindern, die dieses Mal ihre Teilnahme absagen mussten, und mit nun fast 60 Anmeldungen für das Interview mit der Aufklärerin Frau Dr. Baums, hat der Aufklärungsprozess eine Anzahl an Heimkindern erreicht, mit der jeder Aufklärer und jede Täterorganisation mit gutem Recht eine auf Aufklärung durchführen kann.

Vielleicht hofft die Brüdergemeinde sogar, dass es nicht mehr Meldungen geben wird!?

Also-wenn ihr der Brüdergemeinde eine Sorge nehmen

wollt,

– wenn ihr euch lieber auf dubiose Einzelprozesse (trotz eindeutiger Verjährung) verlassen wollt, dann bleibt bei eurem Boykott!

Wenn euch aber euer Hemd näher als Zanders Fantasiehose ist,

wenn ihr in einem zumutbaren Zeitrahmen zu eurem Recht auf Anerkennung des euch geschehenen Leids kommen wollt,

dann meldet euch bald bei Frau Dr. Baums!

Und wenn ihr ein gutes Ergebnis der Verhandlungen über die so genannten finanziellen Anerkennungsleistungen erreichen wollt, dann unterstützt uns mit eurem Wissen bei der Suche nach einer unabhängigen Vergabekommission und bei der Ausarbeitung der Richtlinien für deren Arbeit. Meldet euch bei

 

Theo Tel.: 0177 – 4 95 43 36  und

Wolfgang Tel.: 0160 - 8 41 77 64

 

 

Hier die Pressemitteilung der Moderatoren:

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz im Auftrag der Auftraggebergruppe:


 

Treffen ehemaliger Heimkinder im Rahmen des Korntaler Aufklärungsprozesses war ein großer Erfolg

Am 6.5.2017 fand in Stuttgart Obertürkheim ein Treffen ehemaliger Korntaler Heimkinder statt. Sie waren in den 50er bis 70er Jahren in den Werken der Evangelischen Brüdergemeinde untergebracht und nun der Einladung der Auftraggebergruppe und der Aufklärer gefolgt, um sich über den laufenden Aufarbeitungs- und Aufklärungsprozess zu informieren.

Knapp 40 ehemalige Heimkinder fanden sich ein zu einem insgesamt drei-stündigen und insgesamt sehr lebendigen Treffen, das mit einem gemeinsamen Mittagsessen abgerundet wurde.

Die Moderatoren des Aufklärungsprozesses Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz hatten das Treffen inhaltlich vorbereitet und führten durch die Informationsveranstaltung.

Ganz im Vordergrund des Interesses stand für die Anwesenden die beiden Aufklärer Frau Dr. Baums-Stammberger und Prof. Dr. Benno Hafeneger persönlich kennenzulernen und die Gelegenheit zu erhalten, über ihre inhaltliche Arbeit in all ihren unterschiedlichen Facetten informiert zu werden. Beide Aufklärer berichteten jeweils aus ihrer Perspektive über den bereits seit mehr als einem Monat laufenden Prozess, über das rege Interesse an den angebotenen Gesprächen und Interviews und über die inhaltlich sehr aufschlussreiche Arbeit in dem Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart und in dem Archiv der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal. Hieran entwickelte sich eine lebendige Diskussion mit den Aufklärern, mit einer Reihe von Nachfragen, die insgesamt und zur allseitigen Zufriedenheit geklärt werden konnten. Auch die anwesenden Betroffenen, die bereits Gespräche mit Frau Dr. Baums-Stammberger geführt hatten, berichteten von ihren durchweg sehr positiven Erfahrungen und warben mit Nachdruck für eine weitere vertrauensvolle Teilnahme. Scharf kritisiert wurde in diesem Zusammenhang der Boykottaufruf des Netzwerkes Betroffenen-Forums, der ehemaligen Heimkindern nach einhelliger Meinung die Chance verwehrt Anerkennung für das erlittene Leid und entsprechende Anerkennungsleistungen der Evangelischen Brüdergemeinde zu erhalten. Von Seiten der ehemaligen Heimkinder wurde der Wunsch geäußert, nochmals darüber nachzudenken und zu klären, wo die abschließenden Dokumente aus den Gesprächen mit den Aufklärern archiviert werden sollen. Großes Interesse galt auch der Frage, wann mit ersten Auszahlungen zu rechnen sei. Deutlich wurde, dass der Aufklärungsprozess aller Voraussicht nach schon bald über eine ausreichend große Anzahl von Interviews verfügen wird, so dass die Zusammensetzung der Vergabekommission noch vor der Sommerpause in der Auftraggebergruppe diskutiert werden kann, so dass sie dann zügig ihre Arbeit aufnehmen kann.

Abschließend stellte der anwesende Vertreter der Evangelischen Brüdergemeinde die inhaltlichen Vorstellungen der Brüdergemeinde zur Aufklärung vor und sagte im Wortlaut:

„ Wir bedauern, dass solche Taten geschehen konnten. Wir bedauern die damit verbundenen persönlichen Schicksale. Wir stellen uns der unabhängigen Aufklärung und wollen dass alles aufgearbeitet wird. Wir wollen und werden dieses Leid anerkennen und uns entschuldigen, wenn ‚alles auf dem Tisch‘ liegt.“

 

Am Ende der Veranstaltung wurden nicht nur viele weitere Gesprächstermine mit Frau Dr. Baums-Stammberger vereinbart , sondern es wurde insgesamt auch deutlich, wie wichtig dieses Treffen für die ehemaligen Heimkinder war, von denen viele zum ersten Mal zu einem solchen Treffen gekommen waren und aussprachen, was viele beim persönlichen Verabschieden nochmals betonten: „Wir werden gerne wiederkommen und wir werden andere ehemalige Heimkinder über diesen Aufklärungsprozess informieren und sie überzeugen, sich daran zu beteiligen. Denn diese Aufarbeitung ist für uns alle sehr wichtig.“

 


 

Die Aufklärung hat begonnen!

Im Aufarbeitungsprozess von Missbrauchsfällen in den Werken der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal hat die unabhängige Aufklärung gestartet.

Ehemalige Heimkinder können sich ab jetzt bei

Frau Dr. Baums-Stammberger

unter  Kontaktdaten (Klick auf den Roten Button!) melden, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

 

Weitere Informationen zum Aufklärungskonzept entnehmen Sie der Pressemitteilung

Kritische Bemerkungen zum Boykottaufruf des Betroffenen Forums vom 12.4.2017

 

Erklärung der AG Heimopfer Korntal vom 19.4.2017

 

Man kann befürchten, dass die Brüdergemeinde Korntal einen schnellen und Schmerz freien Abschluss der Aufklärungsarbeit erreichen will….

Man kann mutmaßen, dass die gegensätzlichen Interessen von Tätern und Opfern in einem gemeinsamen Aufklärungsprozess schwer unter einen Hut zu bringen sind….

Man kann enttäuscht und wütend sein, wenn man sich mit der eigenen Aufklärungsstrategie nicht durchsetzen konnte, aber –

man muss bei der Wahrheit bleiben!

 

Mit falschen Behauptungen und Schlussfolgerungen nun den Aufklärungsprozess zu boykottieren ist nahezu infam.

Deshalb einige Richtigstellungen:

Es ist schlichtweg unwahr, dass »man gerade mal 15-20 Personen befragen möchte« (es werden alle verfügbaren Adressen von ehemaligen Heimkinder angeschrieben, allein unsere Arbeitsgemeinschaft wird über 100 Personen ansprechen)

Es ist schlichtweg unwahr, dass »die Aufklärer aus dem Netzwerk der Täter und Mediatoren kommen«. Die beiden Aufklärer waren der Brüdergemeinde völlig unbekannt.

Es ist schlichtweg unwahr, dass »ein begrenzter Zeitraum von einem Jahr gesteckt wird«. Fakt ist, dass unsere Arbeitsgemeinschaft auf den raschen Beginn der Aufklärung, d.h. der Interviews und ihrer Auswertung gepocht hat, so dass in diesem Jahr noch die ersten finanziellen Anerkennungsleistungen ausbezahlt werden können. Um eine Grundlage für eine Plausibilitätsüberprüfung zu haben, sollten mindestens ca. 20 Interviews vorliegen. Dass die Aufklärung länger gehen kann, und die wissenschaftliche Aufarbeitung sicher länger gehen wird ist jedem vernünftigen Menschen klar. Bisher wurde weder über die Zusammensetzung der Vergabekommission, noch über Regeln für die Anerkennungsleistung entschieden.

Es ist einfach nur polemisch und entbehrt jeglicher Faktenlage, wenn behauptet wird, die Heimkinder »mit einem Almosen von bis zu 5000 € abzuspeisen. Zahlungen werden jedoch nur gegen Schweigegelübde, Mitarbeit und den Verzicht auf alle weiteren Ansprüche« zugesagt«. Zwar hat die Brüdergemeinde tatsächlich von 5000 € gesprochen, aber auf unseren Protest hin, dass dieser Betrag für längere Zeiten im Heim oder bei extremen Missbrauch von uns niemals akzeptiert werden würde, signalisierte die Brüdergemeinde Verhandlungsbereitschaft für besondere Fälle, über die angesprochenen 5000 Euro hinaus zu gehen. Von einem Schweigegelübde war nie die Rede.

 

Der Boykott nützt nur der Brüdergemeinde, denn weniger aufgedeckte Taten bedeutet weniger Kosten für die Brüdergemeinde. Boykott bedeutet endlose Rechtsanwalts- und Prozesskosten für einen Sachverhalt, der eindeutig verjährt ist. Eine Aufhebung der Verjährung kann weder ein Gericht noch der Gesetzgeber anordnen. Die empfohlenen Strafanzeigen sind zwar manchmal medienwirksam, aber insgesamt sehr fragwürdig: einem fremden und uninteressierten Polizisten eher sein Schicksal zu erzählen, anstatt einer erfahrenen Richterin die mit dieser Aufgabe betraut ist, mutet schon sehr seltsam an.

Deshalb: jedes Heimkind sollte sich gut überlegen, ob es diesem Boykottaufruf folgen will! Außerdem: Niemand kann ein Heimkind hindern, das sich mit der angebotenen finanziellen Anerkennungsleistung nicht „abspeisen“ lassen will, den von Zander propagierten Rechtsweg einzuschlagen.

 

Theo Kampouridis und Wolfgang Schulz

AG Heimopfer Korntal

PRESSEMITTEILUNG "Aufklärer stellen Aufklärungskonzept vor" Aufklärung hat begonnen

Stuttgart, 10.04.2017 Im Aufarbeitungsprozess von Missbrauchsfällen bei der evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben die von der Auftraggebergruppe bestellten unabhängigen Aufklärer am 10.04.2017 im Rahmen einer Pressekonferenz ihr Aufklärungskonzept vorgestellt. Die Aufklärung hat begonnen. Betroffene können sich ab sofort an Frau Dr. Baums-Stammberger wenden.

 

Die Aufklärer

Frau Dr. Brigitte Baums-Stammberger und Herr Prof. Dr. Benno Hafeneger wurden am 28.03.2017 als unabhängige Aufklärer von der Auftraggebergruppe bestellt.

Frau Dr. Baums-Stammberger ist Richterin a.D. In den letzten Jahren leitete sie in Frankfurt ein Jugendschöffengericht, d.h. es kamen alle Verfahren zu ihr, in denen Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt, besonders auch sexueller Gewalt, gewesen waren. Sie verfügt über langjährige juristische Erfahrungen zur Aufklärung von sexuellen und anderen Formen der Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Herr Prof. Dr. Benno Hafeneger wird für den erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Teil der Aufarbeitung verantwortlich sein. Er arbeitet als Erziehungswissenschaftler seit mehr als 20 Jahren an der Universität in Marburg und ist einer der renommiertesten Jugendforscher in Deutschland. In zwei seiner letzten Bücher befasste er sich mit den Themen: „Strafen, prügeln, missbrauchen: Gewalt in der Pädagogik“ und „Beschimpfen, bloßstellen, erniedrigen: Beschämung in der Pädagogik“.

 

 

Das Aufklärungskonzept

 

1. Das Ziel

 

Die anstehende Untersuchung hat zum Ziel, Vorfälle von sexuellem Missbrauch, Gewalt und erlittenem Unrecht in den Werken der evangelischen Brüdergemeinde zwischen 1945 und 1980 aufzuklären. Die Evangelische Brüdergemeinde will dadurch nicht nur ihre Anerkennung von erlittenem Leid deutlich zum Ausdruck bringen, sondern gleichzeitig auch entsprechende Anerkennungsleistungen an Betroffene zahlen.

 

2. Der Ablauf der Gespräche mit Betroffenen und ehemaligen Heimkindern

 

Frau Dr. Baums-Stammberger bietet den Betroffenen zunächst an, sich mit ihr telefonisch, per Email oder mit Briefpost innerhalb ihrer Sprechzeiten in Verbindung zu setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Nummer der Hotline, die Email-Adresse sowie das Postfach für Briefsendungen und die Sprechzeiten finden Sie am Ende dieser Pressemitteilung). Die Betroffenen haben die Möglichkeit entweder einen Fragebogen in ihrer Anwesenheit auszufüllen, oder aber ein Gespräch mit ihr zu führen. Dabei untersucht sie, in welchen Heimen es wann durch welche Personen zu welchen Taten gekommen ist und ordnet diese juristisch ein. Sie erstellt jeweils ein anonymisiertes Memo, das einem unabhängigen Experten zur Auswertung mit Hilfe der Software MAXQDA zugeleitet wird.

Soweit die Betroffenen einverstanden sind, werden die Gespräche aufgezeichnet, ebenfalls anonym. Die Gespräche sind streng vertraulich. Außer den beiden Aufklärern und später der Vergabekommission erfährt niemand von den Inhalten der Gespräche oder erhält Einsicht in die Unterlagen. Die Gespräche werden im Raum Stuttgart oder auch in Wohnortnähe der Betroffenen stattfinden. Im Anschluss an eine Plausibilitätsprüfung werden die Anträge der Betroffenen mit dem Fragebogen beziehungsweise den schriftlichen Interviewaufzeichnungen einer noch zu bildenden unabhängigen Vergabekommission übergeben. Diese entscheidet sodann über die freiwilligen Anerkennungsleistungen.

 

 

3. Die sozialwissenschaftliche Auswertung

 

Herr Prof. Dr. Benno Hafeneger wird in seiner erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Untersuchung vor allem danach fragen, wie es möglich war, dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch und von Gewalt scheinbar unbemerkt in den Heimen vorkommen konnten, ohne dass es öffentlich wurde. Er wird sich entsprechend auf die Organisation und die Strukturen der Heimerziehung und auf die Frage nach den Gründen für das institutionelle Versagen konzentrieren und nicht mit den Betroffenen in Kontakt treten. Die Auswertung erfolgt unter Einbeziehung der von Prof. Dr. Kuckartz entwickelten und zur Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten und Studien angewandten Software MAXQDA und mit Hilfe eines in der Anwendung dieser Software geschulten externen und unabhängigen Experten.

 

4. Zwischeninformationen und Abschlussbericht

 

Zum aktuellen Zeitpunkt kann noch keine definitive Aussage darüber gemacht werden, wann ein Abschlussbericht vorgestellt werden kann. Dies ist stark davon abhängig, wie viele Betroffene sich melden. Die Aufklärer wollen jedoch in einem Rhythmus von circa drei Monaten eine Zwischeninformation zum aktuellen Status der Aufklärung abgeben. Das Ende des Aufklärungsprozesses ist anvisiert für Anfang 2018 – dieser Zeitpunkt hängt aber wesentlich von der zu bearbeitenden Zahl der Gespräch und Anträge ab und kann deshalb mehr oder minder variieren.

 

 

Stimmen aus der Auftraggebergruppe zum Start der Aufklärung

 

Wolfgang Schulz, AG Heimopfer:

Wir setzen berechtigte Hoffnungen in die Zusammenarbeit der Moderatoren und Aufklärer.
Unsere Arbeitsgemeinschaft bedauert den voreiligen Ausstieg des BetroffenenForums aus diesem notwendigerweise gemeinsamen Prozess, zumal es hier um die Interessen aller ehemaligen betroffenen Heimkinder  in  den Einrichtungen der Brüdergemeinde geht.
Wir hoffen, dass das BetroffenenForum seinen unbesonnenen Boykottaufruf an seine Mitglieder rasch zurück zieht, denn nur die Heimkinder die  die  Aufklärung unterstützen,  können Anerkennungsleistungen erhalten.
Theo Kampouridis und Wolfgang Schulz (Sprecher der AGHK)

 

Klaus Andersen, weltlicher Vorsteher der Brüdergemeinde:

„Wir sind erleichtert und froh, dass Betroffene und Beteiligte es nach Jahren der Diskussionen und Hindernisse nun gemeinsam geschafft haben, ein Team unabhängiger Aufklärer zu beauftragen und, dass der unabhängige Aufklärungsprozess nun beginnen kann.“

 

Die Moderatoren

 

Frau Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Herr Gerhard Bauz wurden von der Auftraggebergruppe mit der Moderation des weiteren Aufklärungsprozesses beauftragt. Sie werden den Aufklärungsprozess im Hintergrund begleiten, für die Kommunikationsprozesse nach innen und nach außen zur Verfügung stehen.

In dieser Funktion nehmen Sie ab sofort auch die Annahme von Presseanfragen für den Gesamtprozess entgegen. Presse- und Medienverteter werden gebeten, sich bei Rückfragen zum Aufklärungsprozess unter moderation-korntal@web.de an die Moderatoren zu wenden.

 

 

 

 

Hier die Kontaktdaten für die Betroffenen:

Ansprechpartnerin: Frau Dr. Brigitte Baums-Stammberger

Hotline: 0174 - 71 21 10 8

Email-Adresse: aufklaerung.korntal@gmx.de

 

Postanschrift:

Dr. Brigitte Baums-Stammberger

Postfach110933
60044 Frankfurt am Main.

 

Sprechzeiten: mittwochs 16 bis 18 Uhr, freitags 18 bis 19 Uhr

 

 

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerhard Bauz

als Moderatoren der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Werken der evangelischen Brüdergemeinde Korntal im Namen der Auftraggebergruppe und der Aufklärer

 

Pressemitteilung der AGG vom 28.03.2017

Aufklärung Korntal beginnt

Auftraggebergruppe beauftragt unabhängige Aufklärer

 

Stuttgart, 28.03.2017

 

Der Aufarbeitungsprozess von Missbrauchs- und Gewaltfällen bei der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal geht weiter.

Am 28.03.2017 traf sich die Auftraggebergruppe und bestellte offiziell unabhängige Aufklärer, die nun zeitnah ihre Arbeit aufnehmen.

 

Rückblende

 

Im Rahmen des gemeinsamen Aufarbeitungsprozesses hatte es immer wieder Differenzen zwischen einzelnen Teilnehmern der Auftraggebergruppe gegeben, die sich aus Betroffenen-Vertretern, Vertretern der Brüdergemeinde und zwei Mediatoren zusammensetzt. Daraufhin erklärte das Netzwerk BetroffenenForum öffentlich seinen Rücktritt aus der Auftraggebergruppe unter der Mediation von Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz.

 

Eine Abstimmung der Mitglieder der Auftraggebergruppe ergab, dass diese die Arbeit fortsetzen wollen, dass sie den Mediatoren ihr Vertrauen aussprechen und sich die Auftraggebergruppe auch nach dem Start des nun bevorstehenden Aufklärungsprozesses weiter für die Belange aller ehemaligen Heimkinder verpflichtet weiß, unabhängig davon, ob diese in der Auftraggebergruppe sind oder nicht.

 

Die Mediatoren hatten diese neue Situation für sich zu prüfen und stellten fest,

 

1. dass die Mediation erfolgreich war, da es gelang, die unterschiedlichen Konfliktparteien in mehreren Sitzungen an einen Tisch zu bringen,

 

2. sie ist aber in Bezug auf das Netzwerk BetroffenenForum nach acht-monatigen Bemühungen gescheitert, da sich das Netzwerk aus dem Mediationsverfahren verabschiedet hat,

 

3. die gestellten Ziele unter Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal und von weiteren Vertretern der  ehemaligen Heimkinder in der Auftraggebergruppe erreichbar sind,

 

4. alle ehemaligen Heimkinder und Betroffenen eingeladen werden, sich einzubringen, insbesondere wenn es jetzt darum geht, andere Betroffene über die Aufklärung und die Beantragung der Anerkennungsleistung zu informieren.

 

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerhard Bauz erklären sich nach dieser Prüfung und Feststellung bereit, die Auftraggebergruppe künftig als „Moderatoren“ zu unterstützen.

 

Das Aufklärerteam

 

Die Auftraggebergruppe hat am 28.03.2017 Frau Dr. Brigitte Baums-Stammberger und Herrn Prof. Dr. Benno Hafeneger als unabhängige Aufklärer beauftragt. Die Expertise von beiden wurde von der gesamten Auftraggebergruppe einhellig als sehr gut und für den Aufklärungsprozess als sehr wertvoll eingestuft.

 

Frau Dr. Baums-Stammberger ist Richterin a.D. und war zuletzt am Amtsgericht in Frankfurt am Main als Richterin tätig, hier vor allem im Bereich von Jugendschutzangelegenheiten. Sie wird den juristischen Teil der Aufklärung, insbesondere die Befragung der ehemaligen Heimkinder und Betroffenen übernehmen.

Herr Prof. Dr. Benno Hafeneger wird für den erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Teil der Aufarbeitung verantwortlich sein. Für die wissenschaftlich-statistische Auswertung wird die von Prof. Dr. Kuckartz entwickelte Software MAXQDA eingesetzt.

 

Die nächsten Schritte

 

Die Gespräche mit der Auftraggebergruppe und mit den Aufklärern sind so weit vorangeschritten, dass die Aufklärung beginnen kann.

 

Zwecks Vorstellung der Aufklärer und ihrer einzelnen Expertisen sowie zwecks Bekanntgabe des  Aufklärungskonzeptes wird es daher in Kürze eine gemeinsame Pressekonferenz der Aufklärer und der Auftraggebergruppe geben, auf der auch weitere Fragen zum Gesamtprozess beantwortet werden können.

 

Die Medienvertreter werden gebeten, sich daher mit Fragen noch bis zur baldigen Pressekonferenz zu gedulden. Eine separate Einladung folgt.

 

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz

als Moderatoren der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Werken der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

im Namen der Auftraggebergruppe

 

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