Wolfgang Schulz und sein literarisches Werk

Wolfgang stellt sich selber vor:

 

1944 als  6. Kind  geboren in Markgröningen    

1953/54 verwahrt in einem  Heim für verwahrloste und schwer erziehbare Kinder der Brüdergemeinde Korntal

Wird Fliesenleger, Lehrer auf dem 2. Bildungsweg für Deutsch und Geschichte, erhält Berufsverbot .

Wird Maschinenschlosser, entlassen wieder wegen politischer Betätigung, arbeitet als Koch, dann selbstständig als Fliesenlegermeister.

Berufsschullehrer in Stuttgart, Ende der beruflichen Laufbahn.

3 erwachsene Söhne,  Wohnort Pforzheim

Mitbegründer von attac  und der lokalen Bürgerbewegung „Wir in Pforzheim“ WiP – für eine sozialere und demokratischere Stadt."

Er schreibt Gedichte und hat seinen ersten Roma

      "Die Entdeckung des Friedens" veröffentlicht, in dem er Erlebnisse seiner Nachkriegskindheit, sowie die Geschehnisse im Kinderheim Korntal aufarbeitet und sie in eine ursächliche Beziehung zu dem ruhelosen politischen Aktivisten setzt, der er bis zum heutigen Tag geblieben ist.

 

 

Liebe ehemalige Heimkinder und alle an  der Geschichte und dem Schicksal  ehemaliger Heimkinder der Brüdergemeinde Korntal  Interessierte!

 

 

Am 1. September erschien endlich mein, in den Jahren

2010 - 2012
geschriebener   Roman
Die Entdeckung des Friedens 
(Mein ursprünglicher Titel war: Kinder des Frosts)
In dieser Erzählung habe ich unter anderem auch
meine teils traumatischen Erlebnisse im Heim
geschildert und vor allem die Auswirkungen auf
Charakterstrukturen und Verhaltenweisen
beleuchtet, die als Folge mein Leben bestimmten
und bestimmen .
Wer sich das Buch nicht kaufen will oder kann,
darf  mir gerne eine Mail schicken, an
wolfeschulz@t-online.de
dann werde  ich dem/derjenigen gerne die
Einzelkapitel (betrifft 7;8; und 12)   zusenden, indenen die Geschehnisse im Kinderheim
thematisiert werden.

 

Die Entdeckung des Friedens

ist ab dem 1. September 2016 lieferbar.

ISBN 978-3-938175-96-5

Hardcover, 492 Seiten, geb. Ladenpreis 28,00 Euro

 

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Eine Leseprobe als PDF-Datei können Sie hier herunterladen.

   Leseprobe

 

 

Mit herzlichen Grüßen Wolfgang

 

Trotz- dem Leben

Es klirren die Fahnen, steif und kalt.

Ringsum noch Morden und kein erbarmend Halt.

Schon zittert der braune Größenwahn,

gehetzt und stur auf seiner Todesbahn.

In Schutt und Asche zerbirst die Welt,

und alles, was den Mensch im Innersten zusammen hält.

Hunger schreit es aus allen Hütten, eiseskalt.

In Ketten kniet der Mensch vor der Gewalt.

Sein Leben erlöscht, am düstergrauen Mauerstein,

verkümmert alles, alles Menschlich-Sein.
 

„Schenkt mir Söhne!“ der Führer schreit!

Wer ist zum Morden, wer zum Sterben noch bereit?

Das große Deutschland darf nicht sterben!

Wir wollen doch die Welt beerben!

Für jeden Sohn kriegst du - den Judaslohn!

In dieser Dornenzeit, oh welch ein Hohn!

So drängt, von Mutter ungewollt, von dumpfer Lust beseelt,

und Vater, den kein Gewissen lange quält.

Ob Armut oder Größenwahn, ich weiß es nicht-

mein sanftes Leben doch zum Licht.

   -----------

Von Mutter verlassenen, im Haus der Zucht.

Von Schindern gequält mit kalter Wucht.

Vom Vater dem Führer so billig verkauft.

Mit welchem Irrsinn hat man mich getauft?

Nackt lag ich nun in schmutz`ger Straßenrinne,

Doch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Der Mutter und jeder Heimat früh entrissen,

frag ich: Woher hat Hesse wohl sein Wissen?
 

Nach allem hungernd, traumverlornes Kind,

Millionen auf der Erde sind.

Rastlos, fiebrig, oft dem Tode nah,

entwurzelt, nach dem Grunde suchend,

wütend noch sich selbst verfluchend.

Glücklich – lange nicht begreifend, was geschah.
 

Süchtig nach den Kinderbildern, den hehren,

wo kein Geschöpf muss nichts entbehren,

Bilder, so traumhaft fremd, und oft verlacht!

es im Dunkel, sprachlos, blühend ausgedacht.

Unsagbar schön, dass kümmerlich zum Schluss,

jede Wirklichkeit verblassen muss.

   -----------

Gierig, alle geilen Sinne wüten,

Bricht es achtlos schönste Liebesblüten.

Sinn-entleert ins volle Leben braust,

lädt Schuld um Schuld, reißt tiefe Narben,

wenn früh sie welkten, früh sie starben,

in seiner kindlich unbeholfnen Faust.
 

Nichts konnt` diese Sehnsucht stillen,

die aufgewühlt bei jedem Lebensruf, wo es! erkoren,

die Lieb erbettelt. Doch war sie da und ihm zu Willen,

wurd` sie schon blass und war verloren.

Denn, gemessen an dem Kinderwahn, dem schönen,

war selbst die reichste Fülle nie genug,

war`s Verrat am heil`gen Bilde, dem es mußt` fröhnen!

schien jede Liebe - nur Abglanz und Betrug.

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Unendlich reich

hab` Alles nun in Dir gefunden:

Liebe und Heimat! Frieden! Unbändige Lust!

Schon wollt` die Seele mir gesunden,

glücklich und satt lag ich an Deiner Brust.

Trauen, Glauben, Wissen um die tiefe Liebe,

hat uns stolz und sanft vereint, uns nah gebracht.

Innigst flehten wir, dass es so bliebe,

Doch nach jedem Tag, da kommt die Nacht.
 

Novembergraue Angst, Rom und Sonne war`n vorbei,

vergeblich verstummte unser Flehen, unser Ringen.

Und könnte mein Schmerz zum Schrei,

er würde die Welt verschlingen.

Am Grabe fasst` es der kleine Junge kaum ,

dass wieder Alles ihm genommen.

Vorbei, der ew`ge Kindertraum,

Erbarmungslos! zum Alptraum ihm verkommen.

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Alles hab ich nun mit Dir verloren!

Doch – wenn Alles wird zu Nichts,

und Nichts unzerstörbar ewig

Alles neu gebärt –

Dann bleibst Du – in meinem Sein!

Dann bleibst Du - mir ganz nah!

Ein neuer Traum! Der alte Wahn?

 

 

Am Grab meiner Mutter

Novemberkälte zittert

Über der Stille und täuschendem Frieden.

Unendlich sanft der erste Schnee

Verhüllt das herbe Leid der frühen Jahre

 

Ahnungsvoll das alte Sehnen

Nah bei Dir in Deinem Schoß.

Doch  grausam steigt der Zweifel

Wird zur Angst –

Warst Du mir jemals innig nah

 

Wo warst Du

Als ich nach Dir schrie

die kalten Greisenhände mir den Leib zerrissen

Das Ungeheuer  qualvoll in mich drang

Der Schweigeschwur ein Leben lang in

Kalte Einsamkeit mich warf

 

Wo warst Du als ich stand

Am Rande kindlich schwarzer Finsternis

Fliehen wollte aus dem Licht

Doch nur zu Dir und meinen Träumen

Hast Du geschlagen und geworfen mich

Zum Fraß dem Tyrannen.

Dem ich geküsst

Voll Graus und Ekel seine Fratze!

Nur um zu leben

Für welch ein  Leben

 

Zeit um Zeit ist nun geschichtet

Auf diesem Grab und meinem Schmerz.

Das Grauen schrecklich nah

still neben Dir

Mein Blick erstarrt

Will ich ihn zu Dir senken.

Die Träne wird zu Eis

Noch  ehe sie dem Aug entflieht

 

Du lieber süßer Tod

An meiner Lebensgrenze

Komm! Berühr mich!

Sprich! Erzähle mir

Von deinen purpurnen Sphären

Vom Limbus, seiner Wärme, seiner Weite

Wo schwarze Rosen blühen

Die lustvoll ich an meiner Brust zerdrücke

                    Alle Bilder und Texte sind eigentum vom Wolfgang Schulz  © by schulz w

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