Pressemitteilung der AGHK  vom 21.2.2017


 

Die Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal AGHK spricht sich für eine Fortsetzung des Aufklärungsprozesses des Missbrauchs in den Heimen der Brüdergemeinde Korntal mit den Mediatoren Frau Professor Rohr und Herrn Gerhard Bauz aus.

Nach ihrer Ansicht gibt es keinen ausreichenden Grund, den Mediatoren das Vertrauen zu entziehen. Dass die Vertreter der Brüdergemeinde in der Sitzung am 11. Februar sich nicht für den Rechtsanwalt Weber als Aufklärer entscheiden konnten, nachdem dessen Name im Zusammenhang mit den Regensburger Korruptionsvorwürfen genannt worden war, bedauert die Arbeitsgemeinschaft, wir sind aber der Meinung, dass deren Zögern angesichts des unklaren Sachverhalts nachvollziehbar war.

Die Brüdergemeinde jetzt allein verantwortlich zu machen, wie es die zweite Gruppe der ehemaligen Heimopfer, das Betroffenenforum der Brüdergemeinde vorwirft, lehnt die Arbeitsgemeinschaft ab.

Wir bedauern das angekündigte Ausscheiden des Betroffenenforums aus dem begonnenen Aufklärungsprozess der Mediatoren, begrüßen aber deren Bemühen, sowohl die ev. Landeskirche Württemberg, als auch das Diakonische Werk in Stuttgart in die Pflicht nehmen.

Die Arbeitsgemeinschaft fordert energisch, unverzüglich mit neuen Aufklärern den Prozess fortzusetzen.

Pressemitteilung der AGG

Entscheidung über Aufklärer vertagt

Stuttgart, 11.02.2017

Die Auftraggebergruppe zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Werken der evangelischen Brüdergemeinde hat Herrn Rechtsanwalt Ulrich Weber noch nicht als unabhängigen Aufklärer bestätigt. Dies ist das Ergebnis der Sitzung der Auftraggebergruppe vom 11.02.2017 in Stuttgart.

Die beiden Opfergruppen waren in großer Besetzung erschienen, zusätzlich zwei Vertreter nicht organisierter ehemaliger Heimkinder, außerdem die beiden Unterstützer der jeweiligen Vereine, sowie zwei Vertreter der Evangelischen Brüdergemeinde.

Zu Beginn wurden wichtige Vereinbarungen und Verständigungen in Ergänzung der Konstituierung der AGG erzielt. Die Teilnehmer versicherten sich wechselseitig, dass alle am Tisch eine sowohl umfassende wie zeitlich angemessene Aufklärung anstreben.

Im Mittelpunkt des Tages stand die Befragung von Herrn RA Weber und seines Kollegen Baumeister, die ihr Aufklärungskonzept entlang vorher übersandter Fragen weiter konkretisierten und präzisierten. Alle Beteiligten der AGG waren im Ergebnis von der inhaltlichen und fachlichen Kompetenz von Herrn RA Weber und seines Teams als Aufklärer überzeugt. Soweit wurde Einigkeit erzielt.

Durch jüngste Presseberichte zur Korruptionsaffäre in Regensburg war jedoch eine neue Entwicklung eingetreten. Herr Weber wurde intensiv befragt über sein mögliches Involviertsein. Herr Weber stand offen zu allen Fragen Rede und Antwort.

Über die Einschätzung, welches Risiko hier für einen Aufklärungsprozess mit Herrn Weber entstanden ist, war keine Übereinstimmung zu erzielen. Die Mehrheit aller Beteiligten sah mögliche Risiken. Fast einhellig schätzten die ehemaligen Heimkinder das Risiko als hinnehmbar ein, während die Vertreter der Brüdergemeinde das Risiko zum gegenwärtigen Zeitpunkt als noch nicht abschätzbar beurteilten. Aufgrund dieser uneinheitlichen Bewertung kam es nicht zu einer gemeinsamen und endgültigen Entscheidung für Herrn Weber als Aufklärer.

Die Mediatoren bewerteten es am Ende geradezu als eine Tragik, dass nun im zweiten Anlauf der Aufarbeitung in Korntal so kurz vor dem heute möglichen Durchbruch mit der eigentlich anstehenden Entscheidung für den Aufklärer nochmals ein Aufschub entstanden ist.

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz im Auftrag der Auftraggebergruppe

ulrich weber | harzstr. 22 | 93057 regensburg

PRESSEMITTEILUNG VOM 13. FEBRUAR 2017

Statement Rechtsanwalt Ulrich Weber zur Beauftragung der Aufklärung von Missbrauchs- und

Misshandlungsfällen bei der Brüdergemeinde Korntal:

Mit der Vorstellung einer möglichen Projektstruktur am 14. Januar 2017 für die Aufklärung in

Zusammenhang mit Missbrauchs- und Misshandlungsfällen in Korntal begannen die konkreten

Gespräche mit der Auftraggebergruppe Korntal (AGG) über meine Verpflichtung. Nach zwei weiteren

Treffen binnen eines Monats sehe ich mich gezwungen mitzuteilen, dass dieses Vorhaben gescheitert

ist. Ich sehe mich nicht dazu in der Lage, meinen Anspruch an Qualität und Authentizität unter den

gegebenen Umständen aufrecht zu erhalten. Ich stehe deshalb für die Aufklärungsarbeit im Fall Korntal

nicht mehr zur Verfügung.

Maximale Offenheit, keine Instrumentalisierung meiner Person durch eine Beteiligtengruppe und ein

respektvoller Umgang mit meiner Arbeit und meiner Person sind für mich unabdingbare

Voraussetzungen für eine solche Beauftragung. In der Gesamtschau der letzten vier Wochen hat sich

herausgestellt, dass diese Voraussetzungen von Seiten der Brüdergemeinde Korntal und der

Mediatoren in mehrfacher Hinsicht nicht gegeben sind.

Eine explizit von mir geforderte Erklärung, dass die Brüdergemeinde von einem Einflussrecht auf meine

Veröffentlichungen im Aufklärungsprozess Abstand nimmt, ist bisher nicht erfolgt. Ein unabhängiges

Arbeiten meinerseits wäre unter diesen Umständen nicht möglich.

Die Einflussnahme der Mediatoren, speziell deren Kommunikationsverhalten in den letzten Tagen,

zeugte von fehlendem Respekt, da Inhalte und Entwicklungen über meine Verpflichtung – teils ohne

Abstimmung mit den Opfervertretern und der Brüdergemeinde – jedenfalls aber, ohne mich vorab zu

informieren, in die Öffentlichkeit getragen wurden.

Dem Aufarbeitungsprojekt Korntal wünsche ich, dass dort künftig zu einer ehrlichen Lösung gefunden

wird, die von allen Beteiligten getragen werden kann.

 

Korntal, 15.02.2017

 

 

Aktuelle Anfragen an uns

 

 

Sehr geehrte Mitglieder der AGG,

sehr geehrte Frau Prof. Rohr

sehr geehrter Herr Bauz,

 

uns haben verschiedene Anfragen erreicht wegen der Unabhängigkeit eines Aufklärers und der Unsicherheit einer weiteren Aufarbeitung.

Sie können versichert sein, dass wir mit der aktuellen Entwicklung im Aufarbeitungsprozess auch alles andere als zufrieden sind. Aber wir lassen keinen Zweifel aufkommen – es geht weiter!

 

Dennoch mussten wir im Sinne aller Beteiligten verantwortlich handeln und sahen das Risiko einer Beauftragung von RA Weber als zu hoch an.

Den schweren Vorwurf/Anfrage, Herr Weber habe aufgegeben, weil wir ihn nicht unabhängig arbeiten lassen wollten, können wir so nicht stehen lassen. Wir distanzieren uns sehr von dieser Behauptung, denn das Gegenteil ist der Fall.

In den vorvertraglichen Gesprächen und in einem persönlichen Telefonat zwischen Herr Weber und Herr Glatzle wurde die Forderung nach einer unabhängigen Präsentation des Abschlussberichtes positive beantwortet – ähnlich wie am Samstag in der AGG Runde! Deshalb sind für uns die Behauptungen in der Presse nicht nachvollziehbar.

Eine auch von uns gewünschte unabhängige Arbeit und Aufklärung wurde und wird bis heute nicht in Frage gestellt. Die Nicht-Beauftragung von Herrn Weber als unabhängigem Aufklärer ist ausschließlich auf unzureichendes Vertrauen nach Kenntnisnahme der Berichterstattungen über eine mögliche Verstrickung seiner Person mit dem Korruptionsskandal in Regensburg zurückzuführen und dass er uns in unserem bilateralen Treffen nicht informiert hat. Von uns wird erwartet, dass wir „alles auf den Tisch legen“ oder wie Herr Weber in seiner Pressemeldung schreibt „Maximale Offenheit“ – das erwarten wir von unseren Partnern auch!

 

Nichts desto trotz wissen wir selbstverständlich darum, dass jede weitere Verzögerung der gemeinsamen Aufarbeitung Gift für die Seelen der Betroffenen und kräftezehrend für alle Beteiligten ist.

 

Die Aufarbeitung geht weiter und wir werden hoffentlich gemeinsam einen neuen Aufklärer finden. Wir werden mit hoher Bereitschaft das für alle so wichtige Projekt weiter vorantreiben. Aus unserer Einschätzung bauchen wir unbedingt ei Treffen vor dem anvisierten 25.3.2017.

 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Klaus Andersen

 

Auftraggebergruppe endgültig konstituiert


 

Am 14.1.2017 fand in Stuttgart ein Treffen der Auftraggebergruppe zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den Werken der Evangelischen Brüdergemeinde statt. Anwesend waren: Das Netzwerk Betroffenen Forum, die Arbeitsgemeinschaft Heimopfer, zwei ehemalige Heimkinder, die keiner der beiden Gruppen angeschlossen sind, zwei Vertreter der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal und ein Vertreter der Opferhilfe Korntal.

Es wurde ausführlich über die Aufgaben und Zielsetzungen in der Auftraggebergruppe gesprochen und alle sind zu einer guten Einigung gekommen. Insbesondere ist es den beiden Opfergruppen gelungen, alte Gräben zu überwinden.

Damit ist die Auftraggebergruppe endgültig konstituiert.

Zwei Aufklärer, Herr Rechtsanwalt Ulrich Weber und Herr Prof. Dr. Christian Pfeiffer wurden zur Vorstellung ihrer jeweiligen Konzeptionen eingeladen. Ihre Konzeptionen wurden ausführlich diskutiert. Es gab am Schluss noch eine Reihe von Fragen, die in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht abschließend geklärt werden konnten. Deshalb wurde keine endgültige Entscheidung getroffen. In einem nächsten Treffen werden weitere Fragen geklärt.


 

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz im Auftrag der Auftraggebergruppe

Nicht mehr als ein gewagter Versuch

ePaper
Teilen:

Die Aufklärung beginnt erst im Januar

ePaper
Teilen:

Am 12.12. fand die 3.Sitzung der Auftraggebergruppe AGG in Stuttgart von 16 -22 Uhr statt.

 

Noch vor der Diskussion des 1.Tagesordnungspunktes kam es zum Eklat: die beiden Vertreter der Zandergruppe lehnten sowohl die Mediatoren, als auch unsere Vertreter der Arbeitsgemeinschaft und den Vertreter der Opferhilfe ab!

Sie wären lediglich bereit, sich mit den Vertretern der Brüdergemeinde zu Verhandlungen an einen Tisch zu setzen.

Dann erklärten sie, sich aus dem Aufarbeitungsprozess zurück zu ziehen und verließen nach einer knappen Stunde den Konferenzort.

Darauf konstituierte sich die AGG, beauftragte verbindlich die Mediatoren, sammelte die Vorschläge für den/die "Aufklärer" , legte Kriterien für deren Auswahl fest, und ebenso den Termin, 14.1.2017, an dem sich 2 bis 3 Persönlichkeiten der AGG vorstellen und die Wahl stattfinden soll.

Ziel ist, noch im jahr 2017  einen öffentlichen Abschlussbericht zu erarbeiten, als Grundlage für die Anerkennung von Leid und die Auszahlung finanzieller Anerkennungsleistungen.

Für das erste Quartal 2017 ist ein Treffen möglichst aller betroffenen Heimkinder geplant auf  dem sie über den bisherigen Prozess, den Aufklärer und dessen Arbeit informiert werden.

Spätestens dort sollen zwei weitere, unabhängige Betroffene als Vertreter zur AGG stoßen.

 

Einen ausführlichen Bericht und Kommentar finden Sie auf der Seite

AUFARBEITUNG  -  Unterseite: Was bisher geschah

 

Der Lenkungskreis

das Neuste

 

WER  hat den Termin Freitag 2.12. abgesagt?

Oder die Frage: Haben Lügen doch die längeren Beine?

Prof. Christian Pfeiffer  wollte sich den beiden  Gruppen Netzwerk Betroffenen Forum (NBF) und Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal (AGHK) und auch  interessierten ehemaligen Heimkindern, die keiner Gruppe angehören, vorstellen.

Wieder einmal, wie so oft, hat die Zandergruppe auch dieses Treffen abgesagt und behauptet, Prof. Pfeiffer habe es abgesagt.  

Am 12.12.  fand nun das 3. Treffen der Auftraggebergruppe  (AGG) in Stuttgart statt. (siehe Kurzbericht auf NEWS)

Dort wiederholte er diese Behauptung und wurde der Lüge überführt. Prof. Pfeiffer schrieb nach unserer telefonischen Anfrage am Abend der Konferenz eine Std. später in einer Email: "....  Telefongespräch mit Herrn Zander und dem ebenfalls anwesenden Herrn Kammerl. Beide teilten  mir mit, dass sie am 2. Dezember nicht an dem geplanten Gespräch teilnehmen könnten. "

Schade - zwei gute Gelegenheit versäumt.

1. Prof. Pfeiffer kennen zu lernen und

2. Uns den RA Weber vorzustellen.

Aber Detlev Zander hatte daran kein Interesse.

Warum?  Das weiss nur Herr Zander!

Seine Vereinsmitglieder wären gut beraten, ihn nach seinen Beweggründen zu fragen!

 

Zwischeninformation der Mediatoren

 

Zwischeninformation der Mediatoren

Mediations- und Aufklärungsprozess des sexuellen Missbrauchs in den Einrichtungen der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal 

Am Samstag, dem 29. Oktober 2016, hat von 11 bis 16 Uhr ein Treffen der Mediationsgruppe zur Aufklärung des sexuellen Missbrauchs in den Einrichtungen der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde stattgefunden. Teilgenommen haben Herr Andersen von der Evangelischen Brüdergemeinde, Herr Glatzle von der Diakonie der Ev. Brüdergemeinde, Herr Schulz von der AG Heimopfer und Herr Pätzold von der Opferhilfe Korntal. Es wurde von allen Anwesenden bedauert, dass die Gruppe des Netzwerkes Betroffenen-Forum nicht teilgenommen hat.

Das Treffen hatte, weil eine Gruppe fehlte, den Charakter eines Arbeitstreffens. Gearbeitet wurde u.a. an Entwürfen für Regeln der Zusammenarbeit und über die mögliche Zusammensetzung und die Aufgaben einer künftigen „Auftraggebergruppe AGG“.

Noch in diesem Jahr werden alle Beteiligten eingeladen zu einem Entscheidungstreffen, bei dem sich die Auftraggebergruppe konstituieren soll. Ins Auge gefasst ist darüber hinaus für Anfang 2017 ein Treffen aller ehemaligen betroffenen Heimkinder, einmal um sie über den laufenden Prozess zu informieren und zum anderen um ihnen die Gelegenheit zu bieten, über die dann anstehende inhaltliche Aufklärung zu sprechen.

Im Feedback wurde das Treffen als sachlich, konstruktiv und respektvoll bewertet.

Prof. Dr. Elisabeth Rohr und Gerd Bauz

Druckversion Druckversion | Sitemap
© by agheimopferkorntal